Spielerisch Vorurteile abbauen und Vielfalt erlebbar machen
Wie kann man Vorurteile abbauen und ein respektvolles Miteinander fördern? Mit dieser Frage beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Roth-Realschule beim Besuch des Projekts „Mazel Tov“. Die Referierenden Nina Coenen und Sami Al Komi waren im Rahmen eines bundesweiten Bildungsprojekts an der Schule zu Gast.
Ziel des Projekts ist es, über jüdisches Leben in Deutschland aufzuklären und Antisemitismus entgegenzuwirken. „Viele jüdische Schülerinnen und Schüler haben Angst, sich offen zu zeigen. Das möchten wir verändern“, erklärten die Referierenden.
In jeweils rund 90-minütigen Workshops arbeiteten eine neunte und eine zehnte Klasse zu Themen wie „Jüdisches Leben in Deutschland“, „Erinnerungskultur“ und „Nahostkonflikt“. Dabei setzten Coenen und Al Komi auf eine interaktive und zugleich respektvolle Vermittlung: Mithilfe eines Quiz konnten die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen testen und neue Einblicke gewinnen. Kleine Preise wie koschere Süßigkeiten oder Bücher sorgten zusätzlich für Motivation.
Durch ihre offene und zugewandte Art gelang es dem Team schnell, die Jugendlichen für das Thema zu sensibilisieren. Gleichzeitig machten sie deutlich, dass Antisemitismus auch heute noch ein ernstzunehmendes Problem darstellt. In einer abschließenden Diskussionsrunde wurde klar: Die Schülerinnen und Schüler waren sich einig, dass ein respektvoller Umgang und Gleichbehandlung für alle Menschen selbstverständlich sein sollten.
Initiiert wurde der Besuch durch Schulleiter Franz-Josef Gerz und Lehrer Stefan Weidenfeller. Beide betonen die Bedeutung solcher Projekte für den Schulalltag: „Gerade durch soziale Medien oder das persönliche Umfeld gelangen viele ungeprüfte Informationen zu den Jugendlichen. Deshalb ist es uns wichtig, hier gezielt aufzuklären und Vorurteile abzubauen.“
Im Workshop wurden auch gängige Klischees thematisiert. So erklärten die Referierenden beispielsweise, dass viele in Deutschland lebende jüdische Familien als Kontingentflüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion kamen und oft unter schwierigen Bedingungen ein neues Leben aufbauen mussten.
Das Projekt „Mazel Tov“ wurde vom Verein „Bürger Europas“ in Zusammenarbeit mit dem Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus entwickelt. Es reagiert auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen und setzt ein klares Zeichen für Toleranz und gegenseitigen Respekt.
Text: Sarah Lindén
Grafik: Bürger Europas e.V. - Dialog- und Quizformat „Mazel Tov“
