Elternabend zum Thema "Mediennutzung"

Im Rahmen eines Elternabends zum Thema „Mediennutzung“ begrüßte Schulsozialarbeiterin Claudia Wienand die anwesenden Eltern und stellte den Referenten Alexander Hötten, Medienpädagoge, vor.

In seinem Vortrag gab Herr Hötten einen praxisnahen Überblick über die digitale Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen.

Im Fokus standen die derzeit wichtigsten Apps wie WhatsApp, YouTube, Snapchat, Instagram und TikTok, die je nach Alter unterschiedlich genutzt werden. Besonders betont wurde, wie wichtig es ist, dass Eltern Interesse an den medialen Aktivitäten ihrer Kinder zeigen und den Austausch suchen – auch wenn die Inhalte für Erwachsene nicht immer nachvollziehbar oder spannend sind. Als datenschutzfreundlichere Alternativen zu WhatsApp wurden Threema und Signal vorgestellt.

Ein weiterer Schwerpunkt war der Umgang mit Cybermobbing. Herr Hötten erklärte, dass Mobbing an sich zunächst keine Straftat ist, Vorfälle jedoch unbedingt dokumentiert werden müssen, um gegebenenfalls die Polizei einschalten zu können.

Warum TikTok so beliebt ist, wurde anhand der Mechanismen von Selbstdarstellung, Likes und Kommentaren erläutert. Gleichzeitig wies der Referent auf Risiken wie Konzentrationsprobleme und Leistungsabfall hin. Die kurzen Videos von etwa 30 Sekunden fördern einen schnellen Konsum, der kaum nachhaltige Erinnerungen hinterlässt und viel Zeit bindet.

Diskutiert wurde auch der Umgang mit Handys in der Schule. Als Kompromiss wurde das Modell der „Handy-Garage“ vorgestellt, bei dem die Geräte während des Unterrichts aufbewahrt werden. Eltern berichteten aus eigenen Erfahrungen, dass viele Kinder nach der Schule einen Großteil ihrer Zeit am Smartphone verbringen.

Sorge bereitete der zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz seitens der Schülerinnen und Schüler. Hier wurde auf Altersbeschränkungen hingewiesen sowie darauf, dass KI‑Informationen nicht immer zuverlässig sind.

Auch Online-Spiele wie Roblox, Fortnite und Minecraft kamen zur Sprache. Neben möglichen Gefahren wie In‑Game‑Käufen oder Cyber-Grooming – insbesondere bei Roblox – wurden auch durchaus positive Effekte genannt, etwa die Förderung von Reaktionsfähigkeit, Hand‑Augen‑Koordination und Englischkenntnissen.

Abschließend erhielten die Eltern zahlreiche Tipps und Informationsquellen, darunter www.spieleratgeber-nrw.de, www.medien-kindersicher.de und
www.mediennutzungsvertrag.de.

Empfohlen wurde, gemeinsam mit den Kindern klare Regeln zur Mediennutzung zu vereinbaren, Geräte sicher einzustellen und regelmäßig bildschirmfreie Zeiten einzuplanen. Der Elternabend machte deutlich: Interesse, Begleitung und Austausch sind der Schlüssel zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Medien.

 

Text: Ulrike Lennartz

Foto: Jens-Arne Baier